Friedhof der Namenlosen

24.Mai 2016

 
     
     
 

 

 
 

Der Friedhof der Namenlosen befindet sich in Wiens Bezirk Simmering in der Nähe des Hafen Albern. Er befindet sich am Stromkilometer 1918 der Donau, an dieser Stelle trieb früher ein Wasserstrudel neben Treibgut auch die Leichen von Ertrunkenen an Land. Von vielen kennt man bis heute nicht den Namen, bei anderen konnte die Identität nachträglich geklärt werden.

Am erste Friedhof der Namenlose wurde im Jahr 1840 die erste Beisetzung einer unbekannten Wasserleiche durchgeführt. Dieser erste Friedhof wurde aber immer wieder überschwemmt und nach mehreren Renovierungen im Zuge der Umbauarbeiten des Hafengebietes und des notwendigen Hochwasserschutzes im Winter 2012/2013 gerodet und planiert. Hier wurden zwischen 1840 und 1900 insgesamt 478 unbekannte Tote beigesetzt. Heute erinnert an den erste Friedhof nur mehr ein Gedenkkreuz.

Im Jahr 1900 wurde unter freiwilliger Mitwirkung von Simmeringer Handwerker hinter dem Hochwasserdamm auf einem kleinen Waldstück der zweite Friedhof, der bis heute gepflegt wird, angelegt. Im Jahre 1935 wurde die steinerne Umfassungsmauer und die Auferstehungskapelle nach Plänen des Architekten Karl Franz Eder errichtet.

Im Jahr 1932 übernahm der Gemeindewachmann Hr. Josef Fuchs zusätzlich die Tätigkeiten zur Aufrechterhaltung des Friedhofs und bestattete bis 1939 weitere 50 Opfer der Fluten. Im Jahr 1939 wurde der Friedhof offiziell aufgelassen, dennoch wurde 1940 die letzte Bestattung von Frau Franziska Fuchs - die Gattin von Hr. Josef Fuchs - durchgeführt. Nach der Kriegsgefangenschaft begann Hr. Fuchs ab 1947 in Eigenregie die Grabstätten wieder in einen würdevollen Zustand zu versetzten. Seit dem Ableben von Hr. Fuchs 1996 wird der Friedhof weiterhin von den Familienangehörigen und zahlreichen Freiwilligen weiterhin liebvoll betreut.
 

 
 

 

 
 

http://friedhof-der-namenlosen.at

 
     
     
  Friedhof der Namenlosen - Foto: Don RoMiFe  
  Friedhof der Namenlosen "Auferstehungskapelle"        Foto: © Don RoMiFe  
     
     
     
  Friedhof der Namenlosen - Foto: Don RoMiFe  
  Friedhof der Namenlosen       Foto: © Don RoMiFe  
     
     
     
  Friedhof der Namenlosen - Foto: Don RoMiFe  
 

Friedhof der Namenlosen           Foto: © Don RoMiFe

 
     
     
     
  Friedhof der Namenlosen - Foto: Don RoMiFe  
  Friedhof der Namenlosen "unbekannte Grab"           Foto: © Don RoMiFe  
 

 

 
     
  Friedhof der Namenlosen - Foto: Don RoMiFe  
  Friedhof der Namenlosen              Foto: © Don RoMiFe  
     
     
     
  Friedhof der Namenlosen - Foto: Don RoMiFe  
  Friedhof der Namenlosen "Grab von Wilhelm Töhn"           Foto: © Don RoMiFe  
     
     
     
  Friedhof der Namenlosen - Foto: Don RoMiFe  
  Friedhof der Namenlosen                 Foto: © Don RoMiFe  
     
     
     
  Friedhof der Namenlosen - Foto: Don RoMiFe  
  Friedhof der Namenlosen "unbekannt"            Foto: © Don RoMiFe  
     
     
     
  Friedhof der Namenlosen - Foto: Don RoMiFe  
  Friedhof der Namenlosen                    Foto: © Don RoMiFe  
     
     
     
  Friedhof der Namenlosen - Foto: Don RoMiFe  
  Friedhof der Namenlosen                 Foto: © Don RoMiFe  
     
     
     
  Friedhof der Namenlosen - Foto: Don RoMiFe  
  Friedhof der Namenlosen                 Foto: © Don RoMiFe  
     
     
     
  Tief im Schatten alter Rüstern,
Starren Kreuze hier am düstern Uferrand.
Aber keine Epitaphe,
Sage uns wer unten schlafe,
Kühl im Sand.

Still ist's in den weiten Auen,
Selbst die Donau ihrer blauen,
Wogen hemmt.
Denn sie schlafen hier gemeinsam,
Die, die Fluten still und einsam,
Angeschwemmt.

Alle die sich hier gesellen,
Trieb Verzweiflung in der Wellen kalten Schoß,
Drum die Kreuze die da ragen,
Wie das Kreuz das sie getragen,
"Namenlos".
 


Gedicht von Graf Wickenburg.