Pinhole-Day Tag der Lochkamera

24. April 2016

 
     
     
 

Am letzten Sonntag im April findet jährlich der "Weltweite Tag der Lochkamera-Fotografie ™" statt, heuer ist dies der 24.April 2016. Eine Lochkamera unterscheidet sich von einer uns bekannten Kamera eigentlich nur dadurch, dass eine Lochkamera keine Linse besitzt, sondern stattdessen ein Loch, das das Bild projiziert. Das sehr kleine Loch bewirkt damit auch Unterschiede in der Aufnahmetechnik, weil sehr lange Belichtungszeiten entstehen. Es gibt aber auch kein Fokussieren und damit entsteht auf den Fotos eine gleichmäßige Schärf in fast allen Bereichen, quasi eine grenzenlose Schärfentiefe.
 

 
 

Für die Fotografie mit Lochkameras muss nicht auf selbstgebaute Objektive, Kameras oder historische Kameras zurückgegriffen werden, auch mit modernen Digital- oder Spiegelreflexkameras ist es möglich, Bilder mit Lochkamera-Charakteristik zu erstellen. Es gibt einige Anbieter von Lochkameraobjektiven, welche an die entsprechenden Bajonett-Verschlüsse der Kameras passen. Die Einstellungen an der Kamera müssen natürlich händisch durchgeführt werden, da diese Lochblenden keine elektronischen Anschlüsse besitzen.
 

 
 

Entscheidend für die Bildqualität ist bei einer Lochkamera das "Loch", hierbei entscheidet die Materialstärke, die Qualität des Kreises des Lochs und auch die Lochgröße, welche der Brennweite entsprechend zu bemessen ist. Und dann ist ausprobieren angesagt, speziell was die Belichtungszeit betrifft. Die Lochgröße sollte der jeweiligen Brennweite entsprechen und wird meist nach der Formel des englischen Nobelpreisträgers und Physikers John Strutt 3. Baron Rayleigh (1842 - 1919) berechnet. Bereits 1891 wurde von ihm das Verhältnis in einer einfachen Formel zusammengefasst: 

D = 1,9 x ( f x l )  0,5

wobei D der Lochblendendurchmesser in Millimeter ist. "f" steht für den Abstand der Lochblende zur Filmebene und "l" ist die Wellenlänge des Lichtes (ungefähr 0,00055 mm für den grünen Lichtbereich).  Demnach lässt sich aus dem Lochdurchmesser die Blendenzahl (k) berechnen ("f" ist der Abstand zwischen Lochblende und Sensor):

k = f : D

Für meine Olympus E-5 ergeben sich daher folgende Werte (42mm ist der Abstand zwischen Lochblende und Sensor):

D = 1,9 x (42 x 0,00055) 0,5
D = 1,9 x (0,0231) 0,5
D = 1,9 x 0,151986841...
D = 0,28... mm

Damit ist der optimale Durchmesser des Lochs 0,28 mm. Für die Blende errechnen sich folgende Werte:

k = 42 : 0,28
k = 150

Mein Lochkamera-Objektiv hat damit eine Blende von f150, dies erklärt einerseits die notwendig lange Belichtungszeit, welche im Minutenbereich liegt, wie auch die große Schärfentiefe der Aufnahmen. Ich habe mich daher für das Skink Pinhole Pancake Objektiv entschieden, welches genau den errechneten optimalen Werten entspricht und nebenbei auch noch technisch hervorragend gefertigt ist.

 
     
 

 

 
 

http://www.pinholeday.org

 
 

http://www.skinkpinhole.com

 
 

 

 
     
 

 

 
  Lochkamera  
  Pinhole Objektiv mit Four Third Anschluss  
 

 

 
     
     
  Lochkamera  
     
     
     
     
  Lochkamera  
  Mit zusätzlichen 3 cm Abstand, daraus ergibt sich dann eine Blende von f257 und natürlich eine andere Brennweite.